Oxalsäure hält Bienen fit

Im Winter hat der Imker Zeit: Beuten bauen, Bienenhaus entrümpeln oder Keller zusammenräumen. Einzig die Oxalsäurebehandlung mit Futterkontrolle steht auf dem Dienstplan bei den Bienen.

Die Oxalsäre Träufelbehandlung findet statt, wenn das Bienenvolk brutfrei ist. Oxalsäure ist eine natürliche Säure und kommt bespielsweise auch in Nahrungsmitteln wie Gemüse vor. Sie hat den Zweck, die Varroamilbe auf ein Minimum zu reduzieren. Die Bienen benötigen dann bis nach der letzten Honigernte Ende Juni, keine weitere Behandlung. Die Oxalsäurebehandlung darf nur ein Mal angewendet werden („Zweimal ist einmal zu viel“), im brutfreien Zustand und bei kalten Temperaturen.  Zeitpunkt ist ab November bis spätestens Ende Dezember.

Vorgehensweise:

Brutfreien Zeitpunkt finden:
Die ersten knackigen Nachtfröste abwarten, das Datum aufschreiben und 21 Tage warten. In dieser Zeit schlüpft die restliche Brut. Jetzt ist die Chance gut, dass die Völker brutfrei sind. Das ist der angepeilte Behandlungstag. Auf Varroawetter nachschauen, ob die Temparaturen an diesem Tag passen (-5 ≥ +5 °C). (Wenn das Wetter zu warm ist und es kühler wird, warten. Wenn kein Kälteeinbruch in Sicht ist, Milchsäure-Sprühbehandlung machen.) 3 Tage vor dem geplanten Behandlungtag die Windel (Bodenschieber) unter die Völker einschieben.

 

Oxalsäre mischen:
Beim Umgang mit Säure persönliche Schutzausrüstung tragen (Schutzbrille, Handschuhe, ).
Eine 3,5%ige Oxalsäurelösung herstellen. Wenn man plant, gleich am Morgen zu behandeln und nicht in der Früh zum Mischen anfangen will, empfiehlt es sich, die Lösung am Vortag der Behandlung herzustellen.

Rezept für 1 l Lösung + benötigtes Material:
-630 ml destilliertes Wasser
-630 g Zucker
-35 Oxalsäure kristallin (Oxalsäure Dihydrat Pulver)
-Briefwaage
-dicht verschließbares Behältnis, nicht brechbar (Kunststoff)
-Schutzbrille, Handschuhe
-Spritze mit Tülle
-Thermosflasche
-Topf

Zuerst Wasser in das Behältnis geben, dann die mit der Briefwaage die genau abgewogene Menge Säure hinzugeben. Merksatz: „Erst das Wasser, dann die Säure, sonst passiert das Ungeheure“. Den Zucker hinzu geben und im warmen Wasserbad auflösen bis die Lösung klar wird. Behälter sicherheitshalber beschriften.
Siehe das Video von Spessartimker als Anleitung.

 

Behandlung durchführen:
Wecker stellen und früh aus den Federn kommen, da morgens noch meist kühlere Temperaturen herrschen (falls tagsüber Plusgrade zu erwarten sind). Zuhause Wasser kochen und in eine Thermosflasche füllen. Am Bienenstand das heiße Wasser in einen Topf geben und die Lösung im Behälter im Wasserbad erwärmen. Auf der Windel nachschauen, wo das Volk sitzt und Milben auszählen. Windel vor Behandlung entfernen, da überschüssige Lösung darauf tropft. Das zu behandelnde Volk öffnen und mit einer Taschenlampe (Smartphone) den Sitz und die Stärke des Volkes überprüfen. Bei der Gelegenheit auch den Futtervorrat checken. Mit einer Spritze mit Tülle die entsprechende Menge Lösung aufziehen und von oben zwischen den Wabengassen auf die Bienenkugel fein aufträufeln. Je mehr Bienen getroffen werden, desto besser. Falls die Wabengassen so zugebaut sind, dass ein Beträufeln nicht richtig möglich ist, die Wachsbrücken mit heißem Messer vorsichtig vorher entfernen. Windel wieder einschieben, um Milben-Abfall zu erfassen. Nach spätestens 10 Tagen die Windel wieder entfernen, den Behandlungserfolg überprüfen und über offenem Gitterboden überwintern lassen. Übrige Lösung nicht aufheben, sie ist nicht lagerfähig. Auf Stockkarte Behandlungsschritte aufschreiben.

Behandlungsmenge Lösung:
-Starkes Volk: 50 ml
-Mittleres Volk: 40 ml
-Schwaches Volk: 30 ml

Fertig.
Für alle Freizeit Juristen: keine Gewähr auf Richtigkeit, Vollständigkeit, Behandlungserfolg, Unfälle mit Säure etc. Wir sind da raus.

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